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Martin Ciupek, Weltkongress für Automatisierungstechnik fand erstmals online statt in:

VDI nachrichten, page 5 - 5

VDI nachrichten, Volume 74 (2020), Issue 30-31, ISSN: 0042-1758, ISSN online: 0042-1758, https://doi.org/10.51202/0042-1758-2020-30-31-5

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VDI Verlag, Düsseldorf
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24. Juli 2020 · Nr. 30/31 DIESE WOCHE 5 Neue Karte zur radioaktiven Belastung Umwelt: Ein internationales Konsortium von Forscherinnen und Forschern hat eine neue Karte der Konzentrationen von radioaktivem Cäsium und Plutonium in Böden in der Schweiz und mehreren ihrer Nachbarländern, darunter auch Deutschland, erstellt. Das Team unter der Leitung von Katrin Meusburger, zum Zeitpunkt der Forschung an der Universität Basel, konnte auf Basis eines Archivs europäischer Bodenproben die Quellen der radioaktiven Niederschläge zwischen 1960 und 2009 zurückverfolgen. Die neue Karte sei genauer und höher aufgelöst als bisher verfügbare, so die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf, bei der Meusburger heute arbeitet. Neu ist die Berechnungsmethode, die auf das Verhältnis zwischen Cäsium und Plutonium zurückgreift. Die Cäsium- und Plutonium-Radionuklide seien bei militärischen Atomtests freigesetzt worden, so die WSL. Dies sei insbesondere in den 1960er-Jahren geschehen, Cäsiumeinträge traten aber auch während des Tschernobyl- GAUs von 1986 auf. „Wir haben eine neue Karte erstellt, um eine Grundlage zur Abschätzung des Bodenverlusts seit dem anthropogenen Fallout zu haben“, so Meusburger, dabei sei es wichtig, den Anteil des radioaktiven Niederschlags aus Tschernobyl zu kennen. Falls es in Zukunft zu radioaktivem Niederschlag kommt, sollen die Daten sowohl der Wissenschaft als auch der Öffentlichkeit als Referenz dienen. Sie sollen, so die WSL aber auch neue Studien ermöglichen. So erlaubten es die Radionuklidmessungen von Plutonium, Bodenerosionsraten seit den 1960er-Jahren in jenen Gebieten Europas abzuschätzen, in denen es seitdem große Landschaftsveränderungen gegeben habe. swe IFAC 2020: Tiefe Einblicke in Technologien der Zukunft gab der IFAC- Weltkongress der Automatisierungs- und Regelungstechnik. Vom 11. bis 17. Juli präsentierten Wissenschaftler aus aller Welt online in rund 3000 Beiträgen Ansätze, um Prozesse in Fabriken, im Verkehr, aber auch bei der Corona-Bekämpfung flexibel und agil steuern zu können. Nach 33 Jahren hätte der Kongress der International Federation of Automatic Control (IFAC) dieses Jahr wieder nach Deutschland kommen sollen. Stattdessen fand die diesmal vom VDI organisierte Veranstaltung erstmals virtuell statt und die Aufzeichnungen stehen noch einige Wochen zur Verfügung. In einer speziellen Corona-Session des Kongresses lieferten hochrangige Wissenschaftler aus Spanien, Brasilien, den USA, Italien, Japan und China Einblicke in ihren Kampf gegen Corona und erläuterten methodische Ansätze der Regelungsund Systemtheorie. Zusammenfassend stellte Klaus Janschek, IFAC 2020 General Chair, dazu fest: „Die Aufgabenstellung ist in der Technik millionenfach gelöst: ein dynamisches, also zeitlich ver- änderliches System soll in einen bestimmten Zustand gebracht werden, auch wenn wir dieses System und verschiedene Einflussgrößen nur ungenau kennen.“ Die technische Lösung ist für die Automatisierungsexperten die Rückkopplung – das Feedback. „Die interessierenden Systemgrößen werden gemessen und in Abhängigkeit des aktuellen Systemzustandes in Form eines rückgekoppelten Wirkungskreises zurückgeführt“, erklärt Janschek. Die Experten sprechen hier von einem Regelkreis. In technischen Disziplinen ist dieser die Basis für die Entwicklung automatisierter und autonomer Systeme. Janschek: „Versteht man den Kampf gegen das Coronavirus als Regelkreis, dann ist es elementar, möglichst gute Messungen des aktuellen Infektionsgeschehens zu haben.“ Auch hier gelte das Prinzip: „You cannot control, what you cannot measure!“ Der wissenschaftliche Tiefgang der rund 3000 Abhandlungen sowie der Reden und Diskussionen könnte zwar manch technisch Interessierten zunächst abschrecken, sich die Onlinedokumentationen anzu- Weltkongress für Automatisierungstechnik fand erstmals online statt schauen. Doch wer sich dort informiert, findet Themen mit hoher aktueller Relevanz. Dagmar Dirzus, Geschäftsführerin der VDI/VDE-Gesellschaft Messund Automatisierungstechnik (GMA), sagte dazu: „Wir brauchen aktuell nicht nur Produkte wie Beatmungsgeräte, Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken, sondern Agilität und Flexibilität, die Befähigung zur ad-hoc-Kooperation, die Fähigkeit zur Innovation sowie die Intelligenz und den Willen, neue Ecosysteme dynamisch zu erschaffen sowie neue Wertschöpfungsketten zusammenzustellen.“ Sie forderte an der Stelle mehr Mut, die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung schneller auf den Markt zu bringen. ciu n www.ifac2020.org/info/ „Wir brauchen Mut, die Er gebnisse aus Forschung und Entwicklung schneller auf den Markt zu bringen.“ Dagmar Dirzus, Geschäftsführerin VDI/VDE-GMA

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